Kategorie: Kinderwunsch

Kinderwunsch – Stress bewältigen: vier Tipps, die sofort wirken

Stress besser zu bewältigen ist ein wichtiges Thema in der Lebensphase Kinderwunsch. Konflikte, Enttäuschungen, Neid, Ängste und Selbstzweifel bringen viele Betroffene an den Rand der Verzweiflung. Kennen Sie das auch?

  • je mehr Sie sich bemühen, dass es mit der ersehnten Schwangerschaft diesmal klappt,
  • je mehr Sie Ihrem Familien-Glück nachjagen
  • je mehr Sie nach Kalender Sex haben,
  • und je mehr Sie das Internet nach Tipps rauf und runter durchforsten…

 … desto schwerer wird  es, den Kinderwunsch – Stress zu bewältigen und vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. Vielleicht fragen Sie sich: wie kann der Gedanke an ein Baby, der mit so viel Liebe und Freude begonnen hat, so in Stress und Druck ausarten?

Warum ein unerfüllter Kinderwunsch so viel Stress auslöst

Das hat unter anderem damit zu tun, wie unser Gehirn beschaffen ist. Der Neurowissenschaftler Rick Hanson spricht von der sogenannten „Negativitäts-tendenz“ im Gehirn. Vielleicht haben Sie diese Tendenz auch schon in anderen Situationen bemerkt: Stellen Sie sich einen Tag vor, an dem Sie zehn interessante und zugewandte Gespräche mit anderen Menschen hatten. Es gab auch ein elftes, in dem Sie eine Aussage irritiert, verunsichert oder geärgert hat. Über welches Gespräch denken Sie nach, wenn sie abends zu Hause sind? Vermutlich an das elfte – das geht uns allen so.

Weil unsere Vorfahren über Jahrmillionen hinweg gelernt haben, sich Problemen zuzuwenden, um ihr Überleben zu sichern neigen wir auch heute noch dazu, negativen Ereignissen mehr Aufmerksamkeit zu schenken als positiven. Wir leben ja immer noch mit einem „Steinzeit-Gehirn“, das geübt hat, lieber der Angst Aufmerksamkeit zu schenken, als einmal unvorsichtig zu sein und daran zu sterben.

An einem misslungenen Gespräch sterben wir nicht. Und auch das Problem „wie bekomme ich ein Kind“ ist nicht lebensbedrohlich. Und doch handelt unser Gehirn so, wie es das gelernt hat: es überfokussiert sich auf ein Problem, das es zu lösen gibt und verliert dabei schnell das größere Ganze aus den Augen.

Stress und Kinderwunsch – das sagt die Forschung

Was dann in der Kinderwunschphase passiert belegen zahlreiche Studien: Paare mit unerfülltem Kinderwunsch haben mehr Stress zu bewältigen als andere und ihre Lebensqualität ist geringer. Sie entfernen sich oft von Aktivitäten, die ihnen früher Spaß gemacht haben. Sie verlieren an Selbstvertrauen, ziehen sich mehr zurück, grübeln und erleben Teufelskreise von schwierigen Gefühlen wie Traurigkeit, Ängste, Sorgen, Konflikte, Schuldgefühle.  Damit sind Sie nicht allein!

Weil das Thema immer noch stark tabuisiert wird, fällt es vielen Betroffene schwer, ihr Leid mit anderen zu teilen. Im gleichen Atemzug tendieren Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch dazu, härter und kritischer mit sich selbst zu sein. Das Gehirn hat also viele Möglichkeiten, in negativen Gedankenspiralen hängen zu bleiben.

Wenn auch Sie bemerken, dass der Kinderwunsch sie mehr und mehr in Zyklen von Enttäuschung und Verzweiflung festhält, ist es Zeit, etwas zu unternehmen. Experten empfehlen dringend, schon frühzeitig aktiv zu werden, um den Stress, den der Kinderwunsch mit sich bringt, besser zu bewältigen.

Hier sind vier Wege, den Kinderwunsch – Stress besser zu bewältigen:

1. Das Internet weise nutzen

Gerade weil das Bedürfnis so groß ist, etwas zu tun, um das „Problem zu lösen“. So neigen Menschen mit Kinderwunsch dazu, sich mit ihren Fragen in den Tiefen des Internets zu verlieren. Wenn unsere Suche nach Auswegen nicht von Vorfreude, sondern von Angst angetrieben wird, kann das für den Körper Stress bedeuten.

Die sozialen Medien können einerseits eine wertvolle Möglichkeit sein, um sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Sie können aber auch das Gegenteil bewirken: gerade wenn das „Gras auf der anderen Seite grüner aussieht“, weil es so scheint, als wäre die Welt voll von Schwangeren, bei denen es endlich geklappt hat und Eltern, die in allen möglichen Posen ihr unbeschreibliches Glück abbilden – gerade dann ist es wichtig, eine Pause zu machen.

Achten Sie darauf, worauf Sie ihre Aufmerksamkeit richten. Tut es ihnen wirklich gut? Wenn nicht, sagen sie Dr. Google ade und fragen lieber echte Menschen.

2. Suchen Sie Kontakt mit anderen Betroffenen

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist oft eine stille Belastung. Viele Menschen fühlen sich alleine und scheuen sich, mit anderen darüber zu sprechen. Studien zeigen, dass ungewollt kinderlose Menschen dazu neigen, Scham, Selbstkritik und Isolation zu empfinden. Besonders deutlich wird Ihnen das vielleicht, wenn Sie verschämt im Wartebereich der Kinderwunschklinik Platz nehmen.

Laut Brene Brown, Schamforscherin aus den USA, sind die zwei kraftvollsten Worte, wenn wir innerlich mit etwas kämpfen –

me too.

Mit diesen beiden Worten können Sie erkennen, dass Sie mit Ihren Problemen überhaupt nicht allein sind – im Gegenteil: weltweit leidet etwa jedes 6. Paar ähnlich wie Sie.

Was Sie empfinden, ist ganz normal in dieser Situation – und doch müssen Sie es nicht hinnehmen. In meinem Angebot finden Sie Workshops und Kurse, die Ihnen die Möglichkeit geben, die Kraft dieser Worte auch für sich zu entdecken und zu spüren – Sie sind nicht allein. Und es ist nichts falsch an Ihnen.

3. Stärken Sie Ihr Vertrauen und lernen Sie loszulassen

 „Es ist fürchterlich! Warum schaffe ich das scheinbar einfachste der Welt nicht? Es macht mich so traurig und wütend und hilflos zugleich!“

So oder ähnlich erleben viele meiner Klientinnen und Klienten zunächst den unerfüllten Kinderwunsch. Oft haben sie viel in ihrem Leben erreicht, durch Fleiß, Ausdauer, Anstrengung und harte Arbeit – manchmal bis über die eigenen Grenzen hinaus. Was im Berufsleben vielleicht gut funktioniert hat, wirkt beim Kinderwunsch eher gegenteilig. Je mehr Sie sich in diesem stillschweigenden Kampf verlieren, desto mehr geraten sie unter Stress.

Kinderwunsch - Stress bewältigen und wieder guter Hoffnung sein
Kinderwunsch – Stress zu bewältigen ist wichtig, um wieder hoffnungsvoll zu sein und Freude zu finden am Miteinander

Vertrauen entsteht, indem Sie wieder Freundschaft schließen mit Ihrem Körper. Vertrauen entsteht, indem Sie ihre Gedanken und Gefühle da sein lassen und dann auch wieder loslassen, um im gegenwärtigen Moment anzukommen. Vertrauen entsteht, wenn Sie sich aufrichtig dem zuwenden, was gerade da ist. Das ist kein Hexenwerk, sondern schlicht und einfach eine Frage der Übung. Achtsamkeit unterstützt Sie dabei.

4. Stress bewältigen mit Achtsamkeit: Da sein – Jetzt

Anstatt sich in Gedanken über die Vergangenheit oder die noch ungewisse Zukunft zu verlieren, können Sie lernen, Ihre Perspektive immer wieder neu auszurichten. Hier und jetzt da zu sein – das ist ein Zustand von Achtsamkeit, der sich in Zusammenhang mit Kinderwunsch als sehr kraftvoll erwiesen hat, besonders wenn es darum geht, Stress zu bewältigen. Sich im gegenwärtigen Moment zu verankern ist auch eine gute Möglichkeit, der Negativitäts-Tendenz des Gehirns entgegenzuwirken und die kleinen, schönen Dinge (wieder) wahrzunehmen.

Hier sind einige Möglichkeiten, die Sie heute schon anwenden können, um Achtsamkeit zu üben und in ihren Alltag einzubauen:

  • Einen Sonnenuntergang genießen
  • Naturgeräuschen lauschen
  • Sich ein gutes und gesundes Essen schmecken lassen
  • Bewusst die Hand Ihres Partners oder Ihrer Partnerin halten
  • Aufrichtig zuhören
  • Den ersten Kaffee am Morgen mit Aufmerksamkeit trinken

Achtsamkeit für den gegenwärtigen Moment ist eine wichtige Voraussetzung, um den Stress in der Partnerschaft zu reduzieren und Konflikte kompetent lösen zu können. Hier und jetzt ist ohnehin der einzige Moment, in dem Sie sich für eine lebendige, zugewandte und liebevolle Partnerschaft stark machen können.

Wie ein professionelles Achtsamkeitstraining Sie unterstützen kann, Stress zu lösen und ihre Lebens- und Beziehungsqualität zu stärken, erfahren Sie hier.